![]()
|
17.02.09Initiativ»Die Laizismus-Initiative ist eine Gruppe von säkularen ÖsterreicherInnen, die über die Gestattung und Ausübung der Vorrechte von Religionsgemeinschaften in Österreich zunehmend besorgt ist.« allerhand. die zunehmende besorgnis alleine hätte warnung genug sein sollen. aber natürlich lese ich dieses mir vor allem in seiner verbissenheit kopfwehmachende initiativchen ganz durch. bin ich aber wirklich selber schuld. meine damen und herren, die Laizismus-Initiative. neuestes machwerk der atheismus-extremisten. (athaliban, wie ich gern sag.) Christian, 17.02.09 20:31 Comments
Die "zunehmende Besorgnis" ist von den Katholen entlehnt und wahrscheinlich so wie manch anderes Augenzwinkern in den Texten nicht als solches erkennbar.
Athaliban ist natürlich besonders lustig. Während die Anti-Säkularen jahrhundertelange gegen Demokratie und Aufklärung arbeiten, sind diejenigen, die das nicht achselzuckend billigen auf einmal die verbissenen, verbitterten, radikalen Extremisten.
Posted by alm at 20.02.09 13:45
lieber Niko Alm,
während ich an einer antwort auf ihren werten beitrag schreibe, stelle ich leider fest: das geht sich heute nicht mehr aus. da mir aber daran liegt, darf ich eine solche (für hoffentlich schon sonntag) ankündigen. christian klepej Posted by Christian at 20.02.09 15:15
Und Frankreich besteht wohl auch aus lauter "Atheismus-Extremen", nicht wahr? Unfassbar, wie extremistisch die den Laizismus umsetzen!
Posted by Mathias at 21.02.09 03:16
lieber Niko Alm,
ich war donnerstag abend schon im begriff, meinen eintrag zu überarbeiten. deswegen nämlich, weil mir wohlwollend aufgefallen ist, dass sie in ihrer initiative einige textliche änderungen vorgenommen haben. (ich denke, ich täusche mich hier nicht.) auf dies wollte ich hinweisen (und tue das hiermit) und damit auch meine satirisch überzeichneten formulierungen - nicht zurücknehmen - aber jedenfalls etwas relativieren. (wiewohl relativieren in diesen zeiten ... naja ;) die (meine) verwendung der begriffe atheismus-extremisten wie athaliban ist für mich selbstverständlich satire. überzeichnung. weil mich die vielen »extremismus-punzierungen« unserer zeit in aller regel nerven. (sie selbst etwa nehmen für die texte der initiative ja auch ein augenzwinkern in anspruch.) so. und jetzt wird es schwierig. verdammt schwierig. ich dachte nämlich so bis vor ein, eineinhalb jahren, nicht im traum daran, mit atheisten jemals einen wirklichen disput austragen zu können bzw. müssen. einige meiner besten freunde etwa sind agnostiker, einige auch atheisten. und unsere beziehung ist - wie es beziehungen von guten freunden nur sein können - von grossem respekt voreinander geprägt. aber weg vom persönlichen. in den letzten ein, eineinhalb jahren nun sind mir immer mehr »atheisten-blogs« untergekommen. und - ich bin ja auch niemand, der sich selber geisselt - damit meine ich nur solche blogs, die von »keinen ganz durchgeknallten« stammen, sondern vom politwissenschaftsstudenten C, von der angehenden journalistin B oder eben vom werbeagenturchef A. personen und persönlichkeiten also, deren meinungen wie ansichten mich grundsätzlich interessieren bzw. interessieren könnten, mit denen ein diskurs, eine gedankliche auseinandersetzung grundsätzlich interessant scheint. und dann habe ich – auch, natürlich nicht ausschliesslich! – so unglaublich viel hass und häme gegenüber allem, also wirklich ALLEm religiösen, insbesondere gegen alles christliche und insinsbesondere gegenüber alles katholische vernehmen müssen. (ich bin da jetzt sicher auch etwas unfair. ich vermische jetzt wahrscheinlich da wie dort vernommenes zu einem konglomerat. ich erlaube mir ihnen aber eben meinen »gefühlszustand« zu beschreiben, der zu meinem sicher provokant formulierten eintrag geführt hat.) ich werde - in diesem zusammenhang - jetzt auch (fast) keine »zitierungen«, quasi als »beweisführung«, vornehmen. ich kann nur hoffen, dass sie mich zumindest etwas verstehen. der ton macht die musik. und wenn ich bei Robert Misik etwa, der aus einer kirche tretend den ihn nicht treffenden blitz - immerhin habe er ja gerade blasphemisch agiert - als ausreichenden beleg ansieht, dass wir christen alle nur an ein märchen glauben, dann steht das dem Robert Misik natürlich frei. und die botschaft zwischen seinen (so oft so gescheiten) zeilen, lässt mich ja wenigstens nur als dummi dastehen. wenn aber allzuoft in einem aufwisch von klerikalfaschisten, katholen, kreuznetpostern und was weiss ich alles als signifikant für alle christen gesprochen wird - natürlich wieder nur zwischen den zeilen -, dann tu ich mir schon schwerer. und wenn dann, auch von keiner ganz dummen person, und immerhin unterschreiberin nummer zwei ihrer initiative, eine abbildung im rahmen ihrer webpräsenz präsentiert wird, wo sich jemand (ein strichmanderl) ein kreuz in den hintern steckt, dann tue ich mir mit meiner dialogbereitschaft endgültig schwer. und das ist schade. hier werden - wieder einmal, so scheint es mir – gräben tiefer und tiefer gezogen, die eigentlich so nicht vorhanden sein müssten. wie soll ein dialog ausschauen, wenn wir mit solcher symbolik, mit solchen worten miteinander umgehen? ohne jeden respekt voreinander. und natürlich - ich gebe das zu - man (ich zumindest) wird dann auch »empfindlicher«. und kantiger. und dann steigt mir schon die galle hoch, wenn das »märchen« (eine unerhörte, unsensible und durch nichts notwendige verhöhnung des christentums) zur »faktisch nicht belegbaren entität« wird. (so ein schülerquatsch, dem ich ja nicht einmal entgegenhalten möchte, dass der Herr die höchste form alles seins IST, wenn wir schon philosophische begriffe uns an den kopf werfen ... aber egal.) schade. da war ich, genau. es ist schade. (bevor ich mich verenne, versuch ich konstruktiv zu werden.) es ist schade, dass ich als aufgeklärter mensch, dem die meinungsfreiheit natürlich eines der höchsten güter ist, so wenig möglichkeit zum dialog mit etwa ihnen herr Alm sehe. (sie verzeihen, aber meine dumme kleinschreibe hat diese etwas komisch anmutende anrede jetzt verlangt ;) das ist natürlich in aller erster linie mein problem. ich kann ihnen nur versichern, ich lese etwa auch ihr wertes weblog ab und an und ich habe noch nie eine möglichkeit auch nur zum zarten versuch einer »diskussion« (in der gegenständlichen thematik natürlich nur) gesehen. und das tut mir wirklich leid. wenn wir einmal davon absehen, dass sie offenbar aus wien sind (dafür kann ja keiner was ;) und ich aus graz (detto ;), könnte ich mir gut vorstellen, dass man sich ausnehmend gut auch verstehen könnte. jedenfalls aber respekt voreinander haben könnte. leider haben sie diesen respekt gegenüber menschen, die in ihrem herzen einen glauben tragen und dabei dann doch keine ganzen, leichtgläubigen idioten sind (alleine immer diese vergleiche mit spaghettimonstern e.a.) das eine oder andere mal zumindest vermissen lassen. (keine angst! ich mache sie nicht alleine für all die dreisten »atheisten-weblogs«, die ich hier anspreche, verantwortlich. vor allem würde ich ihres gar nicht als ein solches einordnen. damit meine ich solche, deren thematik (beinahe) ausschliesslich diesem thema gewidmet ist. :) na bumstinazl, das war jetzt aber lang. inhaltlich darf ich noch anfügen, dass ich etwa nicht ihrer meinung bin, wenn sie schreiben »wenn ich kein atheist bin, bin ich gläubig. wenn ich gläubig bin, dann kann ich laizismus nicht befürworten.« (aus einem twitter-dialog von ihnen.) sehr wohl bin ich der auffassung, dass eine trennung von staat und kirche notwendig, ja geradezu selbstverständlich ist. ich für meinen teil halte lediglich die vollzogene form der trennung (in österreich) für durchaus praktikabel. (mit der kann ich also leben.) halte aber einen (immer wiederkehrenden) diskurs darüber für jedenfalls sinnvoll und kann mir auch vorstellen, irgendwann einmal für »noch mehr trennung« (also durchaus im sinne ihrer initiative) zu sein. (ein kleines problem dabei ist natürlich schon einmal ihre (beinahe hätte ich geschrieben dogmenartige ;) auslegung des begriffes »laizismus«. hier hilft vielleicht der »umstritten-baustein« in der wikipedia. wo immer ein solcher angebracht ist, sollten wir nicht zu starr argumentieren ... ;) und abschliessend noch: »glaube und demokratie sind per definitionem einander ausschließend« (ebenfalls aus einem twitter-dialog von ihnen.) also bitte! mit verlaub, das ist doch fast dumm. wie meinen sie das? dass die kirche, das bodenpersonal also, in ihrer struktur selbstverständlich nicht demokratisch zu sein hat, braucht den ungläubigen doch bitte nicht interessieren. mir als christen aber demokratische werte unserer gesellschaft einfach so abzusprechen ... naja, ich kann mir nur vorstellen, ich habe sie da falsch verstanden ;) genug. entschuldigen sie bitte das lange geschwafel. besser wäre wohl gewesen, wir hätten das gemütlich bei brot und wein (um biblisch zu enden) besprochen, die eine oder andere gemeinsamkeit erfreut festgestellt, und uns über unsere gegensätzlichkeiten amüsiert. ein lieber gruss aus graz, ck unkorrigiert gepostet kurz überarbeitet am 24.2. um 09:45 Posted by Christian at 23.02.09 18:33
ACHTUNG Kommentare können nur aktuell abgegeben werden. Sollten Sie einen älteren Eintrag kommentieren wollen, was ich eigentlich nicht annehme, schicken Sie mir bitte ein Mail. Danke. Und wenn Sie mich spammen, sollen Sie in der Hölle brennen.
Powered by MovableType
|
ADVERTISING
Suche
|
