13.05.05

Deutsche Sprache II.



wo immer ich zwei- oder mehrsprachige ortstafeln sehe - und nicht nur in südtirol wohlgemerkt, wo natürlich auch alles auf italienisch angeschrieben sein muss - fasziniert mich das. halte das für eine "bereicherung" der kultur. (wollen wir mal vom philosophischen ansatz der babylonischen sprachverwirrung absehen; die auch diskutierenswert mir erscheint; und irgendwo im hinterkopf noch immer als eine "strafe gottes" aufblitzt.)

viel zu lange hat österreich gebraucht, um diese tafeln (wieder) aufzustellen. die steiermark, mein bundesland (dies vor allem als hinweis für den nichtregelmässigen bundesdeutschen besucher; weniger als - aber das durchaus auch - patriotischen hinweis), hat die staatsvertraglichen vereinbarungen ("pflichten" wäre vielleicht richtiger, was würde dieses viel stärkere wort aber bringen) noch immer nicht vollzogen.

nur kurz hab ich in die orf-, kurier- und standard-foren reingeschaut; und nur noch lächerlicher, als im slowenischen marburg - das ich hier ganz selbstverständlich marburg und nicht maribor, weil ich ja der slowenischen sprache nicht mächtig bin, nenne - oder laibach zweisprachige (slowenische und deutsche; slowenische und europäische, also englische, wären durchaus wünschenswert - in ganz europa) ortstafeln aufzustellen, wäre wohl, hier auf die inhaltlichen ausführungen in diesen postings einzugehen.

in leutschach etwa, einem ort an der steirisch-slowenischen grenze, sollten eigentlich auch zweisprachige ortstafeln stehen. oder hätten zumindest stehen sollen. wie weit die minderheit dort noch vorhanden ist, entzieht sich meiner aktuellen kenntnis. und es ist nicht "brauner bodensatz" und es ist nicht "nazidenken" (zumindest nicht in seiner qualitativen mehrheit), die es den menschen dort, den deutschsprachigen, nicht einfach macht, solche ortstafeln zu haben. das wäre zu einfach. und einfach ist nichts auf der welt. ich habe zehn jahre in leutschach (auch) gelebt. ich kann mir nicht anmassen, jeden einzelnen, auch wenn ich seine einstellung zu zweisprachigen ortstafeln nicht teile, als nazi zu bezeichnen. nicht einmal nur deswegen nicht, weil es grundfalsch wäre.

wir haben wieder zweisprachige ortstafeln, zumindest einige, in kärnten. das ist ein schritt in die richtige richtung; das ist gut so. und der kanzler, in dessen regierung diese tafeln aufgestellt wurden, der kommt von der övp.

Christian, 13.05.05 13:16

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